5BlaBla10Blub #3: 9 köstliche Ziele in der Emilia-Romagna

Italien! I-TA-LI-EN! I-TA-LI-A! Bella Italia! Schon das Wort Italien zergeht auf der Zunge. Als uns das Fremdenverkehrsamtes der Region Emilia-Romagna APT Servizi Emilia-Romagna eingeladen hat, die Köstlichkeiten der im Norden gelegenen Region kennenzulernen, ließen wir uns nicht lange bitten. Mit großen Augen und hungrigen Mägen sind wir angereist. Mit verliebtem Blick und angenehm satt ging`s dann wieder heim. Allora, es gibt sicher 1.000 gute Gründe die Emilia-Romagna zu ergründen, hier sind neun ganz köstliche:

1. Das kulinarische Italien – Foodvalley

Die Emilia-Romagna liegt genau da, wo Italien am dicksten ist. Sie erstreckt sich von Piacenza im Westen, bis nach Rimini ganz im Osten. Besucher, die – wie wir – diese landschaftlich wunderschöne Region einmal durchqueren, fühlen sich schnell wie die Made im Speck. Wer an Italien denkt, der denkt an Essen, an Wein, Käse, Schinken, Balsamico. Und in der Emilia-Romagna, dem Foodvalley Italiens, wird genau das in Top-Qualität hergestellt. Die Italiener dort sind nicht ohne Grund stolz auf das, was sie hier produzieren. Und so bietet die Region alles, was das kulinarische Herz begehrt. Es gibt Kochkurse, bei denen man lernt die landestypische Pasta Strazzopreti zu zaubern, Besuche von Agritourimso-Farmen, Weinproben direkt beim Hersteller, Führungen und Verkostungen von Käsereien, Schinkenproduzenten, Essig-Kellereien uvm. Andiamo!

2. Antica Locanda del Falco in Rivalta

Residenza Torre di San Martino

Auch das Auge wird satt

Wer seinen Emilia-Romagna-Trip im westlich gelegenen Rivalta beginnt, sollte versuchen im Hotel Torre di San Martino ein Zimmer zu ergattern. Die zu einem Hotel umgebauten historischen Gebäude aus dem 13. Jahrhundert sind traumhaft schön und das kulinarische Angebot der beiden Lokale lässt einen auch nach der Abreise nicht mehr los. Das Gute ist, man muss kein Hotelgast sein, um in diesem paradiesischen Ambiente vor den Stadtmauern des Schlosses Rivalta zu speisen. Reservieren sollte man schon, denn hier gehen auch die Einheimischen gerne hin. Stehen Fisch und Risotto auf der Speisekarte des Antica Locanda del Falco, unbedingt beides bestellen! Allora, buon appetito!

3. Weinprobe bei Fabio

Weine aus den Colli Piacentini im Weinkeller Poggiarello

Fabio Boni hat eine feine Nase

Fabio Boni empfängt seine Gäste direkt in seinem Weinanbaugebiet in der Region Piacenza in seinem Weinkeller Il Poggiarello. Mit stolz geschwellter Brust erklärt er einem in urig-gemütlichem Ambiente, und bei regionalen Speisen, die Besonderheiten der für die Emilia-Romagna typischen Weine. Unter den Weißweinen repräsentieren z.B. die Sorten Ortrugo und Malvasia die Region. Letzterer erinnert in seinem Geschmack an einen Gewürztraminer. Unter den Rotweinen zählt der Gutturnio zu den heimischen Schätzen. Ich war skeptisch als Fabio erklärte, dass man diesen ROTWEIN im KÜHLSCHRANK lagern und KALT trinken MUSS! Am Ende habe ich ihn gekauft. Jetzt liegt er in meinem Kühlschrank. Gemeinsam warten wir auf einen besonderen Anlass, um uns wieder zu treffen. Cin cin!

4. Ristorante del Ducato in Piacenza

Ristorante del Ducato

Die Stadt Piacenza am Po lockt mit seiner pittoresken Altstadt rund um den beeindruckenden Palazzo Gotico. Wer die orange-roten Dächer der 100.000 Bewohner zählenden Stadt von oben sehen möchte, kann das von der Panoramaterrasse des Hotels Grande Albergo Roma aus wundervoll tun. Wieder unten angekommen, lädt die Küche des Lokals Ristorante del Ducato dazu ein, doch noch etwas länger zu bleiben und dort zu essen. Auch hier wandern nur regionale Zutaten in die Pfannen und Töpfe des Chefs und die Paste ist natürlich selbstgemacht.

5. Im Land des Culatello di Zibello

Lagerung des Schinkens „Culatello die Zibello“

Culatello ist auch schon wieder so ein Wort, das förmlich auf der Zunge zergeht. Wer den so benannten Schinken probiert, wird vom Vorgeschmack des Wortes nicht enttäuscht. Beim Reifeprozess des luftgetrockneten Schinkens spielt das Klima der Po-Ebene eine ausschlaggebende Rolle. Polesine Parmense ist einer der ganz wenigen Orte, an denen dieser Schinken hergestellt wird.

Die Lagerung kann besichtigt, der Schinken verköstigt werden. Wandelt man durch die Katakomben des Schinken-Herstellers, baumeln die an Seilen und Fleischerhaken hängenden Prachtkerle zu Hunderten von der Decke. An den vorbestellten Schinken sind Schilder mit den Namen der Kunden angebracht. Und da hängt dann die Bestellung von Fürst Albert von Monaco direkt neben dem Schinken des Prince of Wales. Doch das ist nicht annähernd so beeindruckend wie der Geschmack des Schinkens. Hier sollte man auf jeden Fall hungrig Halt machen: Consortium of Culatello di Zibello

6. Speisen im Antico Borgo di Tabiano Castello

Eine der beeindruckendsten Unterkünfte der Emilia-Romagna ist sicher das Schloss Tabiano Castello aus dem 11. Jahrhundert, gelegen im Kurort Salsomaggiore Terme. Auf einer Anhöhe thronen das Schloss und seine Nebengebäude, darunter das Restaurant, über den unverbauten hügelig-welligen Weiten.

Hotel Antico Borgo Tabiano Castello Relais de Charme – wirklich sehr charmant

Alleine die Terrasse des Restaurants ist einen Besuch wert. Um die atemberaubende Aussicht so lange wie möglich auszukosten, ist es durchaus empfehlenswert sich ein Menü zu gönnen. Aber natürlich ist auch die Küche fantastisch und wer hier nicht nur speist, sondern auch übernachtet, der kann sich auf ein außergewöhnlich gutes Frühstücks-Buffet freuen. Als wir da waren, feierte dort ein Amerikaner seinen 70. Geburtstag. 20 Zimmer hat er reserviert. Ihr seht, die Menschen kommen von weit her, um ganz speziell an diesem Fleckchen Erde zu sein.

7. Käserei Caseificio Sociale Coduro

Im Käsehimmel Caseificio Sociale Coduro

Wer mich kennt, der weiß, ich lieeeeeebe Käse. Und so war die Besichtigung der Käserei Caseificio Sociale Coduro Fidenza, in der Provinz Parma, ein absolutes Highlight für mich. Nicht nur, dass man hier den Käsekünstlern im Rahmen von Führungen über die starken Schultern schauen und anschließend die heiligen Hallen des Reifeprozesses und der Lagerung durchstreifen darf.

Die Italiener vergleichen den Moment der Käselaibgewinnung mit einer Geburt

Nein, man erfährt im Land des Parmigiano Reggiano auch so allerhand über die Liebe des Italieners zu seinem Käse. Ein Laib des regionalen Parmigiano Reggiano wiegt etwa 40 Kilogramm. 500 Liter Milch werden für so einen Goldtaler verwendet. Das gute Stück ist, wenn es durch eine Sachverständigen-Prüfung kommt und das geschützte DOP-Siegel erhält, ca. 400 Euro wert und wird von italienischen Banken als Sicherheit akzeptiert. Jaja, auch diese Liebe ist käuflich. Keiner sollte die Region ohne Parmigiano Reggiano im Gepäck verlassen! Eine von vielen Ideen, wie man seine Speisen mit diesem genießbaren Gold veredeln kann, hat Ulla bereits verraten: Gold im Mund – Pasta mit Mangold und Parmigiano Reggiano.

8. Essig-Kellerei Malagoli Daniele

Mindestens 12 Jahre reift das schwarze Gold in diesen Fässern

Schwarzes Gold

So sehr ich Käse liebe, so wenig mag ich Essig. Doch als wir die Balsamessig-Kellerei Acetaia Malagoli Daniele in Modena besichtigt haben, konnte auch ich nicht widerstehen, jeden der uns angebotenen edlen Tropfen zu probieren.
Dieser zertifizierte Essig hat nichts, aber auch gar nichts mit dem Supermarkt-Balsamico zu tun, den man hier für drei, vier, fünf Euro kaufen kann. 100 ml des 100 Prozent reinen, zwischen mindestens zwölf und maximal 25 Jahre gereiften, Essigs des Familienbetriebes kosten 60 oder 100 Euro. Der Essig wird direkt von der Trebbiano-Traube gewonnen. Sofia, die sympathische Tochter des Hauses, leitet das Unternehmen und bietet Führungen an, die Einblicke in die Herstellung und Lagerung des schwarzen Goldes gewähren. Kulinarische Tipps gibt sie auch. Wer ihren Essig kauft und ein paar Tropfen davon über Vanilleeis mit frischen Erdbeeren träufelt, hat im Handumdrehen eine ganz besondere Nachspeise gezaubert. Absolut empfehlenswert, selbst für die, die einheitlich gar keinen Essig mögen. Allora!

9. Eismuseums der Eisuniversität

Eis direkt aus der Eisuniversität. Allora!

Alleine der Gedanke daran, wie die Italiener Eiscreme mithilfe eines Spachtels auf die Waffeln schaufeln, steigert das Verlangen nach Gelato! Gelato gehört in Italien zum Kulturgut und weil nicht jeder Hansdampf fähig ist, diese Köstlichkeit zuzubereiten, gibt es die Eisuniversität ganz in der Nähe vom Flughafen Bologna. Hier können Eis-Enthusiasten lernen, wie man echtes Qualitätseis herstellt.

Seit wann gibt`s Speiseeis? Wie wird`s gemacht? Antworten liefert das Eismuseum

Angeschlossen an die Eisuniversität ist das Eismuseum, in dem die Traditionsgeschichte dieser Köstlichkeit anschaulich nacherzählt wird. Und natürlich gibt es auf dem Gelände auch eine Eisdiele. Ich empfehle immer das Pistazien-Eis zu probieren. Ein Italiener hat mir mal erklärt, dass diese Sorte in der Produktion für den Eismacher recht teuer sei. Spart der Eismacher nicht am Pistazien-Eis, werden auch die anderen Sorten qualitativ hochwertig und köstlich sein.

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