Der Wald ruft!

Herbst unter Bäumen

Das einzig Blöde am Herbst ist – wenn man mich fragt – dass danach der Winter kommt. Wer mich kennt, weiß nämlich: Ich hasse den Winter.

Aber warum über die Zukunft lamentieren, wenn man es gerade so schön hat? Eben.

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Der Duft von Zuhause und Kindheit

Am Sonntag hatte die Sonne endlich die tristen Wolken der Woche vertrieben: also auf zum Herbstspaziergang! Und weil es alleine nur halb so viel Spaß macht, hab ich mir gleich drei Begleiter gesucht. Meinen Mann, meine Schwester und meinen Neffen. Ich war am Wochenende nämlich auf Heimatbesuch im Frankenland und ich finde, spazieren gehen kann man nirgendwo so schön wie auf dem Land und am allerallerliebsten gehe ich dazu in den Wald.

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Die Ruhe vor der Jagd

Im Wald werde ich ganz ruhig. Es riecht nach Holz und Holz riecht für mich nach Zuhause und Kindheit. Man hört nur den eigenen Atem, das Zwitschern der Vögel, das Rascheln der Blätter und manchmal das ferne Rauschen der Straße. Der Wald ist für mich Wellness. Da kann mir jedes Spa gestohlen bleiben.

Das geheime Leben der Pilze

Meine Schwester ist passionierte Pilz-Sammlerin und zieht um diese Zeit fast täglich in den Wald. Da wollte ich schon ganz lange eimal mit und diesmal war es soweit. Wo es genau hin ging, darf ich euch leider nicht erzählen, denn Pilz-Jäger verraten nie ihre Sammelstellen. Nur soviel: Es ging in einen tiefen, dunklen Wald in der Nähe des Altmühlsees.

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Meine erste Pilz-Trophäe

Über Wurzeln, über Steine, an hohen Fichten und Tannen vorbei sind wir gelaufen, manchmal auch gestolpert. Wir haben gerochen, gelauscht und immer die Augen auf den saftig grünen Moosboden gerichtet, um ja keinen Pilz zu verpassen. Ein Steinpilz, noch ein Steinpilz und dann noch ein Steinpilz ist in meinem Körbchen gelandet.

Abends, zurück in der Stadt, konnte ich dann die Trophäen meiner Landpartie noch zu einem leckeren Herbstgericht verarbeiten. Ja, wenn sich das nicht gelohnt hat!

 

Pappardelle mit Fenchel und Steinpilzen

für 2 Personen

250 g Pappardelle (Linguine oder Tagliatelle gehen genauso)
1 Fenchelknolle
3-4 Blätter Radicchio
1 Knoblauchzehe
2 Handvoll Steinpilze
1 Handvoll geriebener Parmesan
etwas Weißwein
4 EL Olivenöl
Meersalz & schwarzer Pfeffer

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Besteck von bolia. Ähnliches gibt’s hier

Die Nudeln kochen und beiseite stellen (nicht abschrecken). Den Fenchel und die Knoblauchzehe halbieren und in feine Scheiben schneiden. Die Radicchioblätter ebenfalls fein schneiden. Fenchel, Knoblauch und Radicchio in einer Pfanne in heißem Olivenöl anbraten, bis sie leicht braun werden, dann mit etwas Weißwein ablöschen. Die Pappardelle hinzugeben, gut untermischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Hitze reduzieren. In einer kleinen Pfanne die halbierten Steinpilze kurz in Olivenöl anschwitzen. Die Nudeln auf einem Teller anrichten, die Pilze darauf geben und mit geriebenem Parmesan verfeinern.

Irgendwann…

Das Essen Marke Eigenbau war enorm lecker – und nicht nur, weil ich die Pilze selbst gesammelt hatte. Das aber will ich jetzt öfter tun. Ich habe gelesen, dass man zum Beispiel im Schwarzwald einen Pilz-Führerschein machen kann. Da trampelt ein erfahrener Pilz-Experte mit uns durch den Wald und zeigt, welche Sorten man essen kann, welche nicht und woran man diese erkennt. Das steht ab sofort auf meiner Wunschliste für nächstes Jahr! Wer also noch nicht weiß, was er mir zu Weihnachten schenken soll…

2 thoughts on “Der Wald ruft!

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