Dies ist kein Streitgespräch

Happy Birthday to us!

Ullaaaaaa!!! Halt die Fresse Klappentext feiert im September seinen ersten Geburtstag. Whoop! Whoop! Feierst du das auch so feudal wie ich gerade? Auf meinem YES-Torty brennt die Kerze noch!

Ja, Heike, der Wahnsinn, oder? Wenn ich eine alte Frau wäre (mein Neffe würde sagen: Bist du doch!), müsste folgen: „Kinder, wie die Zeit verfliegt!“ Aber es stimmt schon: Noch nie ist ein Lebensjahr so schnell für mich vergangen. Ich feiere nicht mit YES (mag ich nicht, ist mit Schokolade), aber ich sage auch nicht komplett NO zum Feiern. Deshalb gönne ich mir zur Feier des Tages… ja, was gönne ich mir denn? Also, an meiner Entscheidungsschwäche hat sich im letzten Jahr auch nichts geändert. Aber so ein Smoothie müsste schon drin sein. Mit Himbeeren. Ganz schön feudal, oder?

Das Jahr verging tatsächlich wie im Fluge und war picke-packe voll mit schönen Dingen. Zu meinen persönlichen Highlights gehört, dass ich Felix Lobrecht zu seinem Debüt-Roman Sonne und Beton interviewen durfte. Auch sehr, sehr schön war, dass wir von den Pressekollegen unserer Lieblingsverlage bei der Frankfurter Buchmesse und der Leipziger Buchmesse so herzlich empfangen wurden. Man nimmt uns ernst. Das fühlt sich gut an. Und was waren so deine Sahneschnittchen?

Also, die Messetage gehören auch zu meinen Highlights. Das war Stress pur, aber Stress der allerschönsten Sorte. Mein Interview mit Katharina Hagena war eines meiner Top-Erlebnisse. Es war mein erstes Face-to-Face-Interview mit einer Autorin und dann gleich mit einer, die zu meinen absoluten Lieblingen gehört. So wie sie würde ich gerne schreiben können! Davor war ich so nervös und dann war es so schön. Noch schöner war, dass sie aus einer halben direkt eine ganze Stunde gemacht hat. Das sind Tage, von denen man lange zehrt, und ich glaube, den werde ich nie mehr vergessen. Ein anderes beruht auch auf einem Interview, und zwar dem mit Belinda McKeon. Sie hat sich einige Monate danach bei mir gemeldet, als sie mitbekam, dass ich in Dublin war, und mir direkt literarische Pub-Tipps gegeben. Über den Blog lernen wir so viele tolle Menschen kennen!

Wir haben ja vor einem Jahr unsere Jobs gekündigt, um Projekte wie dieses zu realisieren. Klick-Milliardäre sind wir ja nun nicht geworden, bzw. werden wir auch nie werden.

Das stimmt. Selbst die Million ist noch meilenweit entfernt. Ich hätte ja nichts dagegen, dass sie irgendwann fließt, aber auch ohne fühle ich mich reicher als vor einem Jahr. Und wenn es nur wegen all der Erfahrungen ist.

Ich glaube, da ist es wie mit echtem Geld, auch Klick-Milliarden verderben den Charakter. Obwohl ich es mir nicht ganz so schwierig vorgestellt habe, eine gewisse Bekanntheit zu erlangen. Mühsam nährt sich das Eichhörnchen. Soweit so gut. Aber ein anderes Sprichwort besagt: Der Teufel ist ein Eichhörnchen.

Nein, Charakter-Schweine oder -Eichhörnchen wollen wir nicht werden. Das mit der Bekanntheit habe ich mir auch etwas einfacher vorgestellt, aber da heißt es einfach: immer am Ball bleiben. Kommt Zeit, kommt Klick. Es wurde ja über die Monate immer mehr, ich denke da recht positiv.

Was würdest du gerne besser oder anders machen? Ich fände ja einen Tacken mehr Regelmäßigkeit gut, aber da scheitern wir im Moment noch abwechselnd – wenn`s ganz dicke kommt auch gleichzeitig – in umregelmäßig regelmäßigen Abständen durch unsere Brot-Jobs dran. Hmm…

Ja, das wäre auch mein Wunsch. Aber solange wir keine Klick-Milliardäre sind, müssen wir mit unserer Schreibarbeit an anderer Stelle Geld verdienen. Und weil Zeit leider immer noch Geld ist, muss der Blog manchmal zurückstecken. Aber ich denke jeden Tag über neue Ideen und Konzepte für klappentextmag.de nach. Hin und wieder überlege ich, ob wir noch spezieller werden sollten. Zum Beispiel bezüglich der Bücher, die wir lesen. Was meinst du? Hast du im letzten Jahr etwas geändert oder Neues ausprobiert?

Was ich im Verlauf des Jahres bereits geändert habe, ist: Finger weg vom Handy-Apparat und häufiger mal die Spiegelreflex in die Hand genommen. Zumindest wenn man zuhause etwas fotografiert. Gerne würde ich auch mal ein Sach- und/oder Kinderbuch besprechen. Davon hält mich ja keiner ab, ich muss es einfach machen. Oder?

Das geht mir genauso. Mein Lebensmotto könnte mittlerweile „Nicht ohne meine Spiegelreflexkamera“ lauten. Ich schleppe sie überall mit hin. Beim Wandern in Nordirland war das zum Beispiel ganz schön lästig. Aber zuhause war ich sehr, sehr glücklich, dass ich sie auf den Berg gehievt habe, weil ich mit wunderschönen Bildern belohnt wurde.

Und wenn du ein Sachbuch oder ein Kinderbuch besprechen willst, dann tu’s! Ich hindere dich sicherlich nicht daran. Das ist ja auch das Schöne am Blog: dass wir uns gegenseitig vollkommene Narrenfreiheit gewähren. Ich denke oft darüber nach, mehr über Serien zu schreiben. Bei der letzten Game of Thrones-Staffel habe ich so mitgefiebert, so viele Theorien aufgestellt und mich manchmal auch so geärgert, dass ich ein immenses Mitteilungsbedürfnis hatte. Eigentlich hätte ich dazu den Blog nutzen können… Vielleicht werde ich das noch tun! Macht euch auf etwas gefasst!

Hat dich auch etwas überrascht? Ich hab mich häufig mal getäuscht, was so einzelne Artikel angeht. Manchmal da denkt man ja: „X wird bestimmt gut gelesen, dafür wird`s Y schwer haben….“ Und dann ist es genau anders rum.

Eigentlich war das erste Blog-Jahr eine einzige Überraschung für mich. Die Beliebtheit der einzelnen Artikel ist absolut unberechenbar. Ich bin immer wieder amüsiert darüber, wie viele Leute meine nicht sonderlich nette Besprechung von Eine englische Ehe gelesen haben und immer noch lesen. Aber das macht das Bloggen auch so herrlich: man weiß nie, was unsere Leser damit anfangen können. Ich finde das spitze.

Gibt es etwas, dass du dir für die Zukunft wünschst? Also für die klappentextmag.de-Zukunft? Ich wünsche mir ja in erster Linie, dass es so munter weitergeht, dass wir von den Lesern so schön Zuspruch erhalten wie bisher, dass wir noch mehr spannende Leute treffen, auf Messen mit Buchmenschen sprechen und, und, und… Ok, und ein paar mehr bibliophile und kulturinteressierte Leute, die wissen, dass es uns gibt.

Deine Wünsche sind da eigentlich auch meine Wünsche. Es soll so bleiben, wie es ist, nur von allem noch gerne etwas mehr: mehr Leser, mehr Kommentare, mehr Interviews und noch mehr spannende Menschen treffen. Das wär’s! Und ich würde gerne noch mehr reisen. Ich war die letzten zwei Jahre mehr unterwegs als jemals zuvor, aber ich hab noch lange nicht genug davon. Reisen hat für mich großes Sucht-Potenzial. Nächstes Jahr möchte ich unbedingt einmal New York sehen. Und die Florida Keys stehen auch noch auf unserer gemeinsamen Blog-Reiseliste! Naja, und ein Jahr ohne Großbritannien ist für mich immer ein verlorenes Jahr…

Mein ganz persönlicher Traum wäre es ja, irgendwann einmal Thees Uhlmann zu interviewen. Man munkelt, er arbeite nicht nur an einer neuen Platte sondern auch an einem neuen Buch. Ich bleib dran. Und du, Ulla?

Bleib dran, Heike! Ich sage dir: Daraus könnte was werden. Ich habe gelesen, dass Benedict Cumberbatch die Hauptrolle in gleich zwei Verfilmungen meiner All time-favourites in Sachen Buch mitspielt. Einmal in Ian McEwans The Child in Time und dann in Edward St Aubyns Melrose-Saga. Was soll ich sagen? Don’t stop dreaming. Ein Fachgespräch mit Herrn Cumberbatch zum Thema Literatur – das wäre DER Traum für mich. Never say never, sagt James Bond. Ich also auch.

So, meine YES-Torty-Kerze ist jetzt runtergebrannt. Wär noch was?

Hallo?! Mein Smoothie wurde noch nicht mal gezapft! Mir bleibt nur noch folgender Satz: Es war mir bislang eine große Freude und Ehre, Frau Heel, und ich hoffe, für uns bleibt weiterhin alles anders. Oder um es mit Sherlock zu sagen: To the best of times. Mögen sie besser so bleiben.

 

Foto: Alisa Anton/unsplash.com

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