Gold im Mund

Zwei zum Verlieben: Mangold und Parmesan

Heike und ich waren vor ein paar Wochen in der Emilia Romagna (dazu erfahrt ihr bald mehr). Wir behaupten: nirgendwo auf dieser großen weiten Welt kann man so wunderbar, köstlich und stilvoll schlemmen wie dort. Hier produzieren Winzer herrlichsten Wein, stellen echte Könner den saftigsten, feinsten Schinken überhaupt her, wartet der Aceto Balsamico in Fässern auf seinen Einsatz und reift der unvergleichliche Parmigiano Reggiano in der Käse-Kathedrale (wirklich wahr!). Ihr könnt euch also sicherlich vorstellen, dass wir mit einem riesigen Koffer voller Futteralien nach Hause gekommen sind.

Doch was tun mit all dem essbaren Gold? Mit dem Parmesan zum Beispiel? Man kann ihn sich ja schwerlich nur pur in den Mund stopfen. Okay: man kann und man sollte sogar, aber ich finde seinen wahren Zauber entfaltet er erst im Duett. Wie wäre es denn zum Beispiel, ihn mit einem anderen Gold zu kombinieren – dem Mangold? Eine hervorragende Idee, wie sich herausgestellt hat!

Neben Parmigiano Reggiano hatte ich mir außerdem eine Packung Spaghetti tricolore mitgebracht (oh ja, die schmecken anders als unsere ollen Supermarkt-Spaghetti). Natürlich lässt sich das Gericht auch mit einfarbigen Nudeln wunderbar kochen, aber im Sommer ist gegen ein bisschen Mehr an Farbe ja nichts einzuwenden, oder?

Pinienkerne und Parmesan – ziemlich beste Freunde

Mangold-Parmesan-Pasta

Ihr braucht für 4 Portionen:
500 g Spaghetti
2 Köpfe Mangold (so bunt wie möglich)
Olivenöl
1 große Knoblauchzehe
4 EL Zitronensaft
4 EL Gemüsebrühe
frischer Thymian oder Rosmarin
50–100 g Parmigiano Reggiano (bitte keinen billigen Abklatsch)
50 g Pinienkerne
Salz und Pfeffer

Grünes Gold – der Mangold

So geht’s:
So unscheinbar der Mangold daherkommt, so überraschend kann er schmecken, allerdings braucht das Blattgemüse seine Zeit. Das heißt: so lange wie möglich kochen. Mindestens eine halbe, besser eine ganze Stunde. Dann lässt er seine ganze Härte sausen, wird wunderbar weich und zerfällt auf der Zunge. Dazu in einer großen Pfanne Olivenöl erhitzen und den klein geschnittenen Mangold anbraten. Mit Zitronensaft und Gemüsebrühe ablöschen und bei niedriger Hitze köcheln lassen. Eine Viertelstunde vor Ende der Garzeit die Nudeln in Salzwasser kochen. Etwa zehn Minuten später den Knoblauch zum Mangold geben. Einen kleinen Becher des Nudelwassers abschöpfen und dann mit den abgegossenen, fertig gekochten Spaghetti zum Gemüse geben. Gut mischen. Jetzt die Pinienkerne in einer kleinen Pfanne ohne Öl anrösten. Thymian oder Rosmarin (das ist Geschmacksache – für mich ist der Thymian der König der Kräuter, deshalb würde ich immer ihn wählen) zur Nudelmischung geben und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Auf einem Teller anrichten. Den Parmesan grob darüber zerbröseln und darauf die Pinienkerne geben. Na, schmeckt ihr das Gold im Mund? Buon appetito!

Grün, Rot, Weiß – so schmeckt Bella Italia

Mein Parmesan war übrigens von der Parmesan-Käserei Caseificio Sociale Coduro, den ich sehr empfehlen kann.

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