Kochen mit Anne-Katrin Weber: Street Food – deftig vegetarisch

Street Food – deftig vegetarisch

Ich esse eigentlich alles – außer Bananen, Gurken und Essig – obwohl viele der Menschen, die mich kennen, das anders sehen. Außerdem koche ich sehr, sehr gerne und was das angeht, sind sich dann auch wieder alle einig. Fleisch steht bei mir schon auch auf dem Speiseplan, aber nicht, wenn ich selbst am Herd Hand anlege, denn Fleisch geht bei mir irgendwie meistens schief. Vielleicht ist auch deshalb Street Food – deftig vegetarisch von Anne-Katrin Weber mein absolutes Lieblingskochbuch. Aus keinem Buch koche ich mehr. Einige Seiten sind deshalb auch schon recht heruntergewirtschaftet, tragen Spuren von meinen Fettfingern und ab und an rieselt auch schon mal etwas Salz aus den Seiten.

Was macht dieses Buch so besonders?

Da fällt mir so einiges ein. Im allerallerallerbesten Fall ist es natürlich wirklich so, dass das Auge mitisst. Und das fängt für mich immer beim Rezeptbild an. Bereits die Fotos der Gerichte – arrangiert und aufgenommen von Wolfgang Schardt – schicken eine Samba-Botschaft vom Hirn in den Magen: entspann dich, freu dich, gleich gibt`s lecker Nachschub!
Auch das Thema des Buches Street Food finde ich super. Man wird mitgenommen zu einer kulinarischen Weltreise auf die Straßenmärkte aller Kontinente und riecht in die Kochtöpfe vieler Länder und Nationen. Das Süßkartoffel-Bohnen-Chili hat was Afrikanisches, das Spicy Baklava mit Datteln, Minze und Zimtpulver ist ein Gruß aus dem Orient, die Besam-Tofu-Nudeln schicken die Geschmacksnerven nach Asien. Einer meiner absoluten Lieblinge ist der Auberginen-Döner mit Tomaten-Hummus. Yummy!

Yummy! Auberginen-Döner mit Tomaten-Hummus.

Yummy! Auberginen-Döner mit Tomaten-Hummus.

Simpel und doch raffiniert

Ein wirklich großes Plus der Rezepte für mich als Hobbykoch ist, dass die Zutatenliste nicht ellenlang ist und man nicht Tausende exotischer Gewürze braucht. Kreuzkümmel und Fenchelsamen kommen öfter mal vor. Frischer Koriander spielt auch häufig eine Rolle, wer den nicht mag, kann ihn aber immer auch einfach weglassen. Das Exotischste, das ich mir für dieses Buch mal gekauft habe, waren Kichererbsenmehl und Johannisbrotkernmehl. Beides bindet – und zwar ganz ohne Ei. By the way: in einigen Rezepten wird auch an die Veganer gedacht und überhaupt kann man mehrere der gezeigten Gerichte auch vegan zubereiten.

Kaum ein Gericht ist wirklich mega aufwändig. Da ginge ja sonst auch der Street Food Gedanke verloren. Es geht recht schnell, wird oft exotisch und ist immer lecker. Selbst so simple Gaumenschmeichler wie das Schnittlauchbrot und gebratene Maiskolben haben eine Daseinsberechtigung in diesem Buch. Das Schnittlauchbrot wird mit Meerrettich und Kapern zum Smörrebröd Kopenhagen-Style und der amerikanische Südstaatenklassiker Maiskolben bekommt durch Chili-Estragon-Butter ein fabulöses Finish.

Wer ein nicht ganz leeres Gewürzregal zur Hand hat, dem exotischen Geschmackserlebnis aufgeschlossen gegenüber steht und oft mit Hunger kocht – es also schnell gehen muss – hat mit Street Food – deftig vegetarisch bestimmt viel Freude! Und wer extrem viel Freude hat, kann sich gleich noch mehr freuen, denn die Deftig-Vegetarisch-Reihe von Anne-Katrin Weber und Wolfgang Schardt umfasst insgesamt drei Bände. Deftig Vegetarisch aus dem Jahr 2014 und Party- und Fingerfood – deftig vegetarisch aus dem Jahr 2016 machen das kulinarische Trio perfekt.

Anne-Katrin Weber, Street Food – deftig vegetarisch, 216 S., 29,95 Euro, 100 Fotos von Wolfgang Schardt, Becker Joest Volk Verlag. 2015 erschienen.

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