Kochen mit Carina Seppelt: Endlich Kürbiszeit!

Endlich Kürbiszeit! Herzhafte und süße Rezepte

Ich liebe die saisonale Küche und manche Zutaten gibt’s deshalb bei mir auch nur zur Hauptsaison. Frühling, Sommer, Herbst und Winter kann man nicht nur am Kalender oder am Wetter festmachen, sondern auch an den Düften, die sich unter der Küchentüre durchschleichen und deinen Geruchssinn erobern. Erdbeeren im März und Spargel im August? Das gibt’s bei mir nicht. Genauso ist es mit dem Kürbis. Der Kürbis ist für mich der kulinarische Türsteher zum Herbst. Dieser Sommer war zwar so frei und hat uns eine kleine Zugabe gegeben, aber so langsam wird es wieder Zeit, den ersten Kürbis der Saison 2016 zu zerteilen. Der Startschuss ist gefallen: an die superscharfen Riesenmesser, fertig, los!

Klitzekleines Kochbuch

Im letzten Jahr habe ich mir das kleinformatige, nur 88 Seiten dünne Buch Endlich Kürbiszeit! von Carina Seppelt gekauft. Und in diesen Tagen hab ich’s aus der hinteren Kochbuchreihe wieder in die vordere gepackt. Das Schöne an diesem Buch ist – wie so oft bei den Kochbüchern, die den Weg in meine Küche finden – dass man kein Meister sein muss, um die Rezepte zu kochen. Dieses Buch ist sogar bestens geeignet für Kochfaulpelze oder Kochneulinge, denn die Zutatenlisten sind kurz und die Kochanleitungen kaum länger.

Gegliedert ist das schlanke Buch in drei Teile: Vorspeisen, Snacks & Suppen, gefolgt von den Hauptgerichten und zuletzt Desserts, Gebäck, Kuchen & Co. Was soll der Geiz, frage ich mich oft und lande meist direkt bei den Hauptgerichten. Die Apfel-Kürbis-Pizza mit rosa Pfeffer ist Stammgast in meinem Backofen, v.a. auch wenn sich Besuch angekündigt hat. Die Pizza, die eher ein Flaumkuchen ist, ist schnell gemacht, lecker und sieht zudem sehr gut aus. Der in diesem Rezept angegebene geriebene Käse wird bei mir meist durch mehr oder weniger – ok, mehr – dicke Stücke Ziegenkäse ersetzt. Die meisten Rezepte in diesem Buch sind so simpel, dass mutig improvisiert werden darf. Wenn man seinen eigenen Geschmack kennt, wird schon nichts schief gehen. Klassiker wie die Kürbissuppe erfahren bei Carina Seppelt schon mal eine exotische Wandlung und werden zur Asiatischen Curry-Kürbis-Suppe mit Riesengarnelen-Spieß. Die Kürbis-Apfel-Konfitüre ist eine süße Schweinerei, genauso wie das Aprikosen-Kürbis-Chutney. Das vielleicht verrückteste Rezept ist für mich das Kürbisparfait mit Gewürzpflaumen, Karamellisierten Walnüssen und Pistazien. Aber auch für bodenständigere Klassiker wie Kürbis-Gnocchi oder Kürbis-Lasagne ist Platz zwischen den Buchdeckeln.

Das Haar in der Suppe ist nicht zu viel Salz

Der vielleicht einzige Mini-Minuspunkt an diesem praktischen und hübsch bebilderten Büchlein ist die Tatsache, dass man hier und da etwas mitdenken muss. In manch einer Zutatenliste steht X EL Honig, in einer andern nur Honig. Hmm? In einem weiteren Rezept soll man den Honig (4 EL) gleich mit auf’s Backblech geben, das die Kürbisspalten in Löffelchenstellung beherbergt, und für 30 Minuten bei 200 °C in den Backofen schieben. „Der Honig verbrennt“, versichert mir eine Freundin, die dieses Buch ebenfalls gekauft hat. Hmm? Aber wie gesagt, wer mitdenkt – und denken hat ja bekanntlich noch keinem geschadet – und wer nicht zu denjenigen gehört, die aber auch wirklich immer das Haar in der Suppe suchen und finden, der wird mit Endlich Kürbiszeit! von Carina Seppelt sicher sehr gut und sehr satt und somit bestimmt auch sehr glücklich durch den Herbst kommen. Ganz so wie ich. Yummy!

Carina Seppelt, Endlich Kürbiszeit! Herzhafte und süße Rezepte, 88 S., 14,99 Euro, Thorbecke Verlag. Erschienen 2015.

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