Nudeln? Selbstknetend!

Pasta? Basta!

Wenn der Herbst endlich seine Mitte gefunden hat und der Winter seine ersten Vorboten schickt, meldet sich bei mir regelmäßig das Hausfrauen-Gen. Zumindest ein bestimmtes Unter-Gen. Das Putz-, Bügel- und Tupperparty-Gen bleibt davon unberührt. Nein, ich meine das In-der-Küche-Stehen-, Daheim-Bleib-, Selbermach-Gen. Und dieses Jahr war es endlich mal soweit. Ich habe endlich – dank Heike und unseres Haus-und-Hof-Fotografen Georg – das geschafft, was ich seit mindestens 10 Jahren ankündige: Nudeln selbermachen. Die Nudelmaschine verstaubt seit langem in einer dunklen Küchenecke. Aber sie durfte nicht in den Keller, weil: Ich mache ja bald Nudeln! Diesen Donnerstag war der große Tag gekommen. Zu dritt haben wir uns der Herausforderung namens Pasta gestellt.

Vereint durch die Nudel

Wir behaupten – und zwar ohne dazu irgendeine hochwissenschaftliche Studie zu bemühen – die Welt isst am liebsten Nudeln. Wir kennen wirklich viele Leute mit mehr oder weniger außergewöhnlichen Essgewohnheiten (und wir nehmen uns da nicht aus), aber wir haben wirklich noch NIE jemanden getroffen, der keine Nudeln mag.

Irgendwie begegnen sie einem auch auf der ganzen Welt. In Europa ja sowieso – Grazie, Italia! – aber auch in Afrika, Asien und Südamerika kocht man mit Nudeln. Man macht damit Alt und Jung glücklich, ebenso wie Vegetarier und Veganer. Auch Glutenverweigerer kommen dank diverser Weizen-Alternativen nudeltechnisch voll auf ihre Kosten.

Rezept: Kartoffel-Zwiebel-Ravioli in Salbeibutter

Pastateig 
300 g Mehl (Typ 00 oder Wiener Griessler)
3 Eier
Salz
Wasser

Füllung
3 Kartoffeln
1 rote Zwiebel
Thymian

Salbeibutter
Halbes Stück Butter
Eine Handvoll Salbeiblätter
Zitronensaft
Salz & Pfeffer

Vom Teig zur Nudel

Und wie fängt man an? Klar, mit dem Teig! 
Was man dazu braucht, kann man eigentlich nicht mal Rezept nennen. Pro Person braucht man 100 g Mehl (wir haben dazu Wiener Griessler genommen, das typische Spätzlemehl; noch besser ist aber Typ 00 – gab’s aber leider nicht im Supermarkt um die Ecke) und 1 Ei. Wir haben also 300 g Mehl und 3 Eier genommen. Ein bis zwei Prisen Salz schaden dem Teig nicht und etwas Wasser hilft, wenn er zu trocken sein sollte.
nudeln_vorb_ei
Den Teig am besten mit den Händen kneten. Das macht Spaß und man spürt direkt, ob er sich gut anfühlt oder vielleicht noch etwas Wasser oder Mehl nötig hat. Dann in Klarsichtfolie wickeln und für eine halbe Stunde in den Kühlschrank geben.

nudeln_kneten

Gut gefüllt

Wir haben uns für die Pasta-Aktion gleich Großes vorgenommen und Ravioli gemacht. Während der Teig also im Kühlschrank auf seinen Einsatz wartete, haben wir unterdessen die Füllung vorbereitet. Dazu drei mittelgroße Kartoffeln (etwa 300 g) kochen und schälen, eine rote Zwiebel schälen, klein schneiden und in Butter oder Öl in einer Pfanne anschwitzen. Die Kartoffeln in einer Schüssel mit einer Gabel zerdrücken, die Zwiebeln hinzugeben und mit etwas getrocknetem Thymian, Salz und Pfeffer würzen.

Ran an die Maschine!

nudeln_maschineJetzt durfte der Teig ran! Die Nudelmaschine auf größten Abstand stellen und die Nudelmasse in die Öffnung drücken, während der andere kurbelt. Teig falten und wieder durchdrücken. Wenn der Teig glatt genug ist, den Abstand verringern. Je zwei bis drei Runden sollten hierzu genügen. Solange den Abstand verringern, bis euch der Teig dünn genug ausgerollt ist. Bei Ravioli sollte er leicht durchsichtig sein. 
Tipp: je dünner der Teig wird, umso länger natürlich auch das Stück. Es sollte immer jemand das Teigstück, das aus der Maschine kommt, festhalten. Sonst faltet er sich unter der Maschine zusammen.
nudeln_manufaktur
Nun die Füllung zu kleinen Kugeln formen und auf den glatten, dünn ausgerollten Teig legen. Teigstück für eine Nudel abschneiden, einklappen und um die Erhebung, die die Füllung bildet, festdrücken. Jede Nudel mit Mehl bestäuben.

nudeln_geformt

Und alle so: Mmmmmmmh!

Einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen und die Nudeln vorsichtig hineingeben. Bereits nach etwa drei Minuten sollten sie fertig sein.
Zu den Ravioli wollen wir Salbeibutter reichen. Dazu Butter in einer Pfanne erwärmen, bis sie flüssig ist. Einige frische Salbeiblätter hineinwerfen und leicht rühren, salzen und einen Spritzer Zitronensaft hinzugeben. Nun die Nudeln noch kurz in die Pfanne setzen und kurz mit anbraten. Auf tiefen Tellern anrichten und schwarzen Pfeffer grob darüber mahlen. 
Tipp: Wer mag, kann dazu noch Preiselbeer-Marmelade und geriebenen Parmesan reichen. Macht das Gericht noch interessanter!
nudeln_ravioli
Wer jetzt meint: Der ganze Aufwand lohnt sich doch nicht, man kann doch super Nudeln im Laden kaufen, hat wohl noch nie selbst Nudeln gemacht. Schon beim allerersten Bissen schmeckt man den Unterschied. Und der hört sich „Mmmmmmmmh!“ an. Glaubt uns: Es ist der teiggewordene Wahnsinn. An die Maschinen, fertig, los! It’s Pasta Time!

Fotos: Georg Stanka

6 thoughts on “Nudeln? Selbstknetend!

  1. Evi Schmidtkonz

    Hallo ihr Köchinnen und Koch,
    die Nudeln sehen total appetitlich und verführerisch aus.
    Das Rezept werde ich auch ausprobieren.

    Weiterhin viel Spaß beim „Selbermachen“
    Mama

  2. Luzi

    So, Ihr habt’s geschafft. Meine Pastamaschine (auch mit dicker Staubschicht) steht jetzt in der Küche und wartet auf ihren Einsatz am langen Wochenende. Gut, dass morgen Markt ist… 🙂

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