Top 3: Heikes beste Bücher 2016

Best of 2016

Nummer 1: City on Fire von Garth Risk Hallberg

And the Oscar goes to City on Fire von Garth Risk Hallberg. Diese Tausend-Seiten-Wucht hat mich Anfang des Jahres komplett in Beschlag genommen. Doch keine Scheu vor dicken Wälzern! Das Lesen dieses Hammers lohnt sich!

Warum soll man`s lesen?

Dieser beeindruckende Debütroman ist ein leises Buch mit starken Tönen. Das New York der 70er Jahre wird von den unterschiedlichen Milieus aus betrachtet. Die kleinen Leute und die Big Player kommen zu Wort. Imperien werden zu Fall gebracht. Die Punk-Szene hat ihr breites Kreuz noch nicht ganz aufgerichtet.

Wer soll’s lesen?

• Wer sich gerne in New York sieht
• Wer Gesellschaftsromane mit großem Personal liebt
• Wer persönlich nachprüfen will, ob dieses Werk den 3.000.000 Dollar-Zuschuss, den der Autor vor Abdruck erhalten hat, auch wirklich wert ist

Mehr zu City on Fire von Garth Risk Hallberg gibt`s hier.

Nummer 2: Raumpatrouille von Matthias Brandt

Beim Lesen dieser zusammenhängenden Geschichten im Band Raumpatrouille lernt man so einiges aus der Zeit vom Übergang der 60ern zu den 70ern, als man noch Kniebundhosen trug und in Oberleitungsbussen fuhr. Und ich habe auch etwas Neues über den Autor gelernt. Dass der Schauspieler Matthias Brandt, der hier sein literarisches Debüt vorlegt, der Sohn des ehemaligen Bundeskanzlers Willy Brandt ist, habe ich vorher nicht gewusst. Shame on me!

 

Warum soll man`s lesen?

Das ist ein so liebevoll geschriebenes kleines Buch, dass man es nicht aus den Händen legen kann, bevor die letzte Seite umgeblättert ist. Und es ist auch ein sehr witziges Buch. Der naive und etwas süße Humor rührt daher, dass das Geschehen aus der Perspektive eines Achtjährigen erzählt wird. Wisst ihr noch, wie das alles so war mit acht und wie ihr so drauf wart? Witzig, gell!

Wer`s lesen soll?

• Wer sich für die Bundesrepublik interessiert. Und das meine ich jetzt ganz harmlos
• Wer gerne Erwachsenenbücher liest, die aus der Sicht von Kindern erzählt werden
• Wer persönlich nachprüfen will, ob der Schauspieler Matthias Brandt tatsächlich auch schreiben kann

Mehr zu Raumpatrouille von Matthias Brandt gibt`s hier.

Nummer 3: Spinner von Benedict Wells

Das ist meine erste Benedict-Wells-Leseerfahrung und ich bin soso sehr begeistert. Spinner hat mir meine Jugend zurückgegeben. In Erinnerungen, Gerüchen, Songs und Gesprächen. Dieses Buch zeigt auf, wie kostbar es ist, diese Erinnerungen nicht nur in einer Kiste im Hirn wie einen Schatz zu hüten, sonder die Kiste auch ab und an einen Spaltbreit zu öffnen.

Warum soll man`s lesen?

Die Sprache ist einfach, echt und schön. In der Geschichte, die Spaß macht, verbergen sich Geschichten, die noch mehr Spaß machen. Es macht einfach wirklich sehr viel Spaß dieses kleine Buch zu lesen. Ja, manchmal ist es genau so simpel.

Wer`s lesen soll?

• Abiturienten! Alle! Aber unbedingt die, die denken, sie müssen studieren, nur weil Mutti das so will, oder weil alle anderen das so machen, obwohl ihnen selbst eine ganz andere Idee im Kopf oder im Herz rumgeht
• Alle, die Berlin hassen
• Alle, die Berlin lieben
• Alle, die den süßen Schmerz der Jugend nochmal spüren möchten
• Alle, die die erste Fassung aus dem Jahr 2009 gelesen haben, denn in der aktuellen Ausgabe von 2016 hat sich einiges getan

Mehr zu Spinner gibt’s hier.

Nochwas: Wenn ihr jemals die Möglichkeit habt, auf eine Lesung von Benedict Wells zu gehen, dann macht das! Ich habe ihn im Dezember in München gesehen und gehört. „Wie sympathisch kann ein einzelner Mensch eigentlich sein“, das war der Gedanke, der es mir teilweise etwas schwer gemacht hat, mich auf den Spinner zu konzentrieren.

Ende Gelände!

Alle meine hier empfohlenen Lieblingsbücher 2016 sind Debüts. Das ist Zufall. Ein Zufall, der – mit Blick ins neue Jahr – natürlich sehr beruhigt. Ich bin gespannt, wie viele Erstlingswerke ich Ende 2017 gelesen haben werden und hoffe, dass da auch wieder so viel heißer Scheiß dabei gewesen sein wird.

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