Top 3: Ullas beste Bücher 2016

Best of 2016

Nummer 1: Christian Kracht, Die Toten

Save the best for last: Die Toten rollt das Feld von hinten auf. Ich habe diese Wucht von einem Roman erst im Dezember gelesen, aber es hat sich augenblicklich auf Platz 1 meiner Liste katapultiert.

Warum soll man’s lesen?

Weil es ein wilder, wortgewaltiger Ritt durch die Zeit und die wahnsinnigen 1930er Jahre ist. Weil es davon erzählt, wie nah Glamour und Elend beieinander liegen. Weil es mysteriös und dunkel ist. Weil Kracht schreibt wie kein anderer.

Wer soll’s lesen?

  • Wer sich für Filmklassiker und die Filmstars der „guten alten Zeit“ interessiert
  • Wer auf Wortwucht und zwischen-den-Zeilen-Lesen steht
  • Wer Gothic Novels, Grusel und Mystery ohne Fantasy-Elemente mag
  • Wer deutsche Gegenwartsliteratur liebt, die sich was traut

Mehr zu Christian Krachts Die Toten findet ihr hier.

Nummer 2: Curtis Sittenfeld, Eligible

Als ich im September in Schweden war, hatte ich Eligible mit im Gepäck. Und ich habe es in einer Nacht durchgelesen. Das lag an der Geschichte – es ist eine moderne Version von Jane Austens Pride and Prejudice – und weil Curtis Sittenfeld einfach schreiben kann.

Warum soll man’s lesen?

Ja, es ist die tausendste Nacherzählung von Stolz und Vorurteil. Aber die beste seit Bridget Jones ! Es ist witzig, wahrhaftig, derb und auf den Punkt. Es steckt voller Ideen, voller Anspielungen auf den ganzen Irrsinn unserer Gegenwart und ist angenehm unsentimental. Ein Frauenroman, der kein Frauenroman ist. Delightful!

Wer soll’s lesen?

  • Wer verliebt in Mr Darcy ist (Eligible kuriert davon nicht)
  • Wer Pride and Prejudice hundertmal gelesen hat und endlich frisches Futter braucht
  • Wer sich gerne über verrückte Amerikaner lustig macht
  • Wer’s locker und leicht mag, aber nicht flach und nach Schema F
  • Wer gleichzeitig lachen und weinen will

Alle, die lieber auf Deutsch lesen, können sich freuen: Der Roman erscheint im Juni 2017 unter dem Namen Vermählung endlich auch in deutscher Übersetzung.

Mehr zu Curtis Sittenfelds Eligible findet ihr hier.

Nummer 3: Ian McEwan, Nutshell

Mit das erste, was ich diesen Herbst in London getan habe? In den Buchladen rennen und den neuen Ian McEwan kaufen. Ich kaufe unbesehen jedes Buch von ihm, weil er’s einfach kann. Schöne Sätze, krasse Geschichten. Bester Autor der Gegenwart. Das ist meine sehr subjektive Meinung.

Warum soll man’s lesen?

Weil es verrückt ist. Allein die Erzählperspektive – nämlich die eines ungeborenen Babys, das dazu noch Hamlet ist – ist gewagt und der absolute Hammer. Weil da so viel drin steckt, von Flüchtlingskrise, Geldgier bis Social Media. Es versucht, die moderne Welt und was darin schiefläuft zu erklären und zeigt, dass wir trotzdem immer noch die gleichen sind. Weil dieser Fötus der sympathischste, zynischste, unwahrscheinlichste, unerwartetste und komischste Protagonist ist, der mir seit langem begegnet ist.

Wer soll’s lesen?

  • Shakespeare-Fans
  • Shakespeare-Hasser
  • Wer auf Thriller mit Niveau steht
  • Philosophen und solche, die es werden wollen
  • Wer die bloße Schönheit eines Satzes zu würdigen weiß

Der Roman ist unter dem Titel Nussschale auch auf Deutsch erhältlich.

Mehr zu Ian McEwans Nutshell findet ihr hier.

Ach ja!

Komisch, alle meine Favoriten sind in irgendeiner Art und Weise Nacherzählungen. Ist das typisch 2016? Oder nur typisch Ulla 2016? Die Zukunft wird’s zeigen.

Für mich war 2016 ein großartiges Buchjahr. Streng Dich an, 2017!
Das wird schwer zu toppen.

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