TV-Serie FRIENDS

Süchtig nach FRIENDS – Oh! My! God!

Stream me up, Scotty! Und zwar auf dem direkten Weg zurück in die Vergangenheit! Ich bin ein großer Fan von Streaming-Diensten. Einer von vielen Vorteilen ist, dass sie neben dem neuesten heißen Scheiß und aufwändig realisierten Eigenproduktionen auch alte Sachen in Endlosschleife zur Verfügung stellen, wie z.B. DIE TV-Serie der 90er und 2000er Jahre: FRIENDS mit Jennifer Aniston, Courteney Cox, Lisa Kudrow, Matt LeBlanc, Matthew Perry und David Schwimmer.

I´ll be there for you

Ich bin süchtig nach dieser Serie. Ich habe sie während der Erstausstrahlung gesehen. Natürlich da noch nicht alle Folgen, denn wenn du in den 90er Jahren eine der wöchentlich ausgestrahlten Folgen von was auch immer verpasst hast, dann hast du sie verpasst. Damn it! Friends wurde in den USA zwischen 1994 und 2004 gedreht. Ab 1996 gab es dann die Erstausstrahlungen im Deutschen Fernsehen. Wegen des Dilemmas mit den verpassten Einzelfolgen habe ich mir als Studentin nach und nach die zehn DVD-Boxen zu den zehn Staffeln gekauft, wann immer das Monatsende dies zuließ. Gönn dir! Und dann kam Netflix. Alle Staffeln, alle Folgen superbequem auf Knopfdruck. Ich war soso happy, als ich das mitbekam. Sofort war klar, dass ich jetzt von Staffel 1 Folge 1 bis Staffel 10 letzte Folge alle Folgen in einem Rutsch anschauen würde. Und was soll ich sagen: Done! Ok, das war eine echtes Mammutunternehmen. Von November bis Mai hat’s gedauert. Aber nach ein paar Tagen ohne Friends merke ich schon wieder, dass ich dabei bin, die Sechserbande  zu vermissen.

No one told me life was gonna be this way“

Was macht FRIENDS aus

Ich kenne auch Menschen, die keine Sitcoms mögen und die FRIENDS auf sechs hohle Amis reduzieren, die ständig nur in einem Café abhängen und belangloses Zeug labern. Das nervige Publikums-Gelächter gäbe ihnen den Rest und sie könnten FRIENDS somit nicht schauen. Aber es ist wie bei Nur-wer-mitspielt-kann-gewinnen: Nur-wer-guckt-kann-es-lieben. FRIENDS ist weit mehr als dumpfe Comedy. Für mich ist FRIENDS ein Zeitzeugnis der 90er und beginnenden 2000er Jahre und somit ein Zeitzeugnis meiner Schul-, Ausbildungs- und Jugendzeit. FRIENDS ist eine Ode an die Freundschaft, ein 236 Episoden langer Hoffnungsschimmer, dass man mithilfe von Freunden alles schaffen kann und dauerhaft Liebe und Lacher geschenkt bekommt.

Uff! 236 Folgen Friends

Mitte 20 bis Mitte 30 – was für ein Rutsch

Die Serie zeigt die Entwicklung sechs unterschiedlicher Freunde in ihren Zwanzigern. Alle haben unterschiedliche Jobs, machen Karriere oder treten auf der Stelle. Auch das Liebesleben des Freundeskreises steht immer im Mittelpunkt: wer mit wem, wer heiratet, wer lässt sich scheiden, wer bekommt Kinder, wer hätte gerne Kinder, bekommt aber keine? Und das allerschönste ist, dass die sechs Charaktere so herrlich unterschiedlich und auch alles andere als perfekt sind. Rachel Green (Jennifer Aniston) ist die sexy Egoistin, die erst kellnert und dann vom Schreibtisch aus die Modebranche erobert. Monica Geller (Courteney Cox) ist die nervige Perfektionistin, die von der einfachen Köchin zum Chef aufsteigt. Ihr Bruder Ross Geller (David Schwimmer) ist der langweilige Schussel, der als Paläontologe Karriere an der Uni macht. Joey Tribbiani (Matt LeBlanc) ist der nicht sonderlich intelligente Herzensbrecher, der vom schlechten Theaterschauspieler zum schlechten Soap-Star avanciert. Phoebe Buffay (Lisa Kudrow) ist die total durchgeknallte Masseurin. Und Chandler Bing (Matthew Perry), der witzige Typ ohne Selbstwertgefühl, ist… Ja, was macht der eigentlich beruflich? Viele Staffeln lang ist es ein Running Gag, dass die besten Freunde nicht wissen, womit Chandler eigentlich seine Brötchen verdient. Und Running Gags wie diese gehören auch zu dem, was die TV-Serie FRIENDS so liebenswert macht:

We were on a break!“

FRIENDS-Fans wissen, dies ist einer der wichtigsten und prägendsten Sätze der zehn Staffeln. Und auch bei „Oh! My! God!“ klingelt es Kennern und Liebhabern der Serie FRIENDS unangenehm in den Ohren.
In der Zeit zwischen 20 und 30 passiert in so vielen Leben so viel. Die Weichen werden gestellt. Karriere, Familie, Kinder, Immobilien, manche sind schon wieder geschieden, verspekulieren sich, verlieren alles und müssen wieder von vorne anfangen. Egal, was bei einem selbst so los ist, es macht einfach Spaß zuzusehen, wie diese sechs New Yorker diese Lebensphase meistern. „So no one told you life was gonna be this way“, heißt es im Titelsong von The Rembrandts. Und genau so ist es. Du stolperst von der Uni direkt ins Erwachsenenleben – damals war man da Mitte und nicht erst Anfang 20 – hast Träume, ja vielleicht sogar einen Plan, aber du hast keine Ahnung. Keine Ahnung, ob der Traum erfüllbar ist. Keine Ahnung, ob der Plan aufgeht. Und was noch viel schlimmer ist, manche haben weder einen Traum noch einen Plan von irgendwas. Aber im besten Fall hat man Freunde, die mit einem gemeinsam an immer wieder neuen Weggabelungen stehen und

When it hasn’t been your day, your week, your month, or even your year, but
I’ll be there for you“ (The Rembrandts)

für dich da sind.

FRIENDS forever

Es regnet und ich weiß, was jetzt passiert. Ich hau mich auf`s Sofa und fange wieder an mit FRIENDS, Staffel 1 Folge 1. Ich weiß auch, was da passiert. Rachel Green kommt verregnet in einem Brautkleid ins Café Central Perk gestürmt, denn sie hat ihren zukünftigen Ehemann vor dem Altar stehen lassen. Im Café trifft sie zufällig auf ihre alte High School Freundin Monica Geller, deren Bruder Ross und deren Freunde Chandler Bing, Phoebe Buffay und Joey Tribbiani. Ich weiß auch, was in der nächsten Folge passiert und in der nächsten Staffel und in der letzten Folge der letzten Staffel. Aber das macht nichts. Denn so ist das mit Freunden, man kann nie genug von ihnen bekommen, man lacht immer wieder über die selben Sachen und hört sich längst Durchgekautes gerne wieder und wieder an.

Das Traurigste an dieser Serie ist für mich der von Matthew Perry einmal in einem Interview geäußerte Satz, er könne sich an die Staffeln drei bis sechs nicht mehr erinnern, denn in diesen drei Jahren sei er quasi immer besoffen gewesen. Da bleibt zu hoffen, dass er auch im echten Leben Freunde hat wie Joey, Ross, Rachel, Phoebe und Monica.

Schaut FRIENDS, Leute! Unbedingt auf Englisch! Von Anfang bis Ende! Ihr werden eure Lieblingsfigur finden. Ihr werdet am Ende eine Lieblingsgeschichte haben. Eine Lieblingsfolge. Eine Lieblingsstaffel. Und ganz viel Liebe!

Friends Superbox – Die Jahre 1994-2004

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