Ullas 5 Frühlingsfavoriten

Frühling, Du bist’s!

Frühling, Du bist’s, Dich hab’ ich vernommen! Der alte Mörike spricht mir beim Thema lieber Lenz – ausnahmsweise – aus der Seele. Spätestens wenn der Herbst in den Winter abzudriften droht, schreit in mir bereits wieder alles nach Frühling. Nach seiner lachenden Sonne, blühenden Blumen, lauen Lüftchen, zwitschernden Vöglein und diesem unvergleichlichen Duft, der für mich nach Lachen, Liebe und Hoffnung riecht. Momentan hat er ja noch nicht so ganz die Kurve gekriegt, aber ich hoffe, dass ich ihn hiermit herbei schreiben kann. Dann zieh’ ich samt Laptop in den Garten um, guck in den blauen Himmel und habe das Gefühl mittendrin zu sein in dieser großen weiten Welt.

Und weil das Glück noch größer wird, wenn man es teilt, kriegt ihr hier ein Stück von meinem Frühlingsglück zu lesen und zu sehen. Hier kommen sie, meine fünf größten Frühjahrsfreuden:

Die schönsten Seiten

Lesen geht ja immer und überall. Im Winter träume ich mich damit in den Frühling. Und im Frühling? Nun ja. Garantiert nicht in den Winter! Eher in andere Zeiten, Orte, Länder, Welten und Menschen. Ja, das bringt das Lesen eigentlich immer mit sich. Aber wenn die Tage wärmer werden, darf es gerne auch etwas wilder zugehen, ein bisschen verrückter sein als normal. Da steigt der Lesemut. Gleichzeitig falle ich der Poesie anheim. Wann, wenn nicht jetzt, darf man bitte schön reimen, schwelgen und fabulieren? Weil’s wohltut, weil’s frommt – um es mit Ringelnatz zu sagen.

Was also lege ich euch jetzt ans Herz? So als ganz spezielle Lenzlektüre? Ein Buch, das ich an ein paar wunderschönen Tagen vor ziemlich genau elf Jahren das erste Mal gelesen habe: The Magus von John Fowles. Man bekommt es mit etwas Glück als Der Magus auch auf Deutsch. Ich empfinde es – wieder einmal – als eine riesengroße Schande, dass dieses Zauberbuch nicht ordentlich auf Deutsch verlegt wird.

Der Zauber ist wörtlich zu nehmen: hier werden mehr als nur ein paar Frühlingsgefühle geweckt. Es geht um Aufbruch, um Jugend, um Liebe, Krieg und das Leben im Allgemeinen und Speziellen. Inhaltsbeschreibungen sind fehl am Platze, trügerisch und vielleicht sogar unmöglich. Man muss den Roman gelesen und gefühlt haben, man taucht mit ihm in eine Welt, die zwar unsere, aber dennoch so ganz anders ist. Die Genres verschwimmen darin genauso wie Wahrheit mit Fiktion, mit Magie und Lüge. Er ist Coming-of-Age-Roman, Krimi, Schauergeschichte, Psychogramm und zeitgeschichtliche Literatur.

Setting: eine verträumte griechische Insel. Hauptfigur: der reichlich schöne, aber auch reichlich naive und arrogante Nicholas Urfe, der im Lauf der Handlung sowohl geistig als auch körperlich einiges über sich ergehen lassen muss. Mehr sage ich nicht. Nur noch eins: Lesen lohnt. Für mich eines meiner Lebensbücher und John Fowles einer meiner Lebensautoren. Bitte weitersagen.

Die Welt blüht

Was wäre die Welt ohne Blumen, blühende Stauden, Büsche und Bäume? Trostlos und öde. Deshalb muss ich jetzt raus, raus, raus und durch bunte Gärten spazieren. Die schönsten gibt’s natürlich im Gartenland schlechthin – jawohl, in England. Sissinghurst, Lost Gardens of Heligan, Trengwainton – aber ich gerate auf ach so herrliche Abwege.

Weil ich da leider, leider nicht jede Woche hin fahren, fliegen oder laufen kann, darf es auch mal etwas näher sein.

Ich wohne in Freising, darum spaziere ich jetzt fast jede Woche in den Staudensichtungsgarten der Hochschule Weihenstephan. Eintritt ist – wie bei so vielen schönen Dingen – übrigens frei.

Frisch auf den Tisch

Wie schmeckt der Frühling? Deftig-süß und saftig und nach frischen Kräutern. Ich liebe dieses geflickschusterte Gericht, das schon kräftig nach Sommer schreit und dementsprechend leuchtet:

Kritharaki mit Auberginen, Mango und Feta

Ihr braucht:
200 g Kritharaki
1 Aubergine
1/2 Mango
100 g Feta
Olivenöl
1 Knoblauchzehe
Zitronensaft
Thymian
Salz und Pfeffer

So geht’s:
Kritharaki in Salzwasser bissfest kochen. Währenddessen die geviertelte Aubergine in reichlich Olivenöl knusprig braten, dann den Knoblauch hinzugeben und kurz mit anbraten. Mit etwas Zitronensaft ablöschen und einer halben Handvoll Thymian würzen. Die Kritharaki-Nudeln dazu und nach Geschmack salzen und pfeffern. Die in Würfel geschnittene Mango und den zerbröselten Feta darüber geben.

Wer Kritharaki nicht kennt: Das sind kleine griechische Nudeln, die wie Reis aussehen. Ich mag ihre Rautenform, außerdem kann man sie vielseitigst einsetzen. M ’arései!

An die Wand mit euch!

Ich mag meine Wände illustriert. Am liebsten mit dem ein oder anderen Buchstaben dazu. Und wenn das Ganze noch zu mir spricht, so visuell und intellektuell und überhaupt, ist das Glück perfekt. Darum bin ich auch so verliebt in dieses garantiert fleischfreie Kunstwerk der Berliner Illustratorin Rinah Lang. Es heißt Gute Nachbarn und zeigt, welche Obst- und Gemüsesorten gut miteinander können. Human Empire Gute Nachbarn

Erhältlich im wunderbaren Human Empire Shop, ca. 20 Euro.

Gemüse auf der Fensterbank

Ein paar Wochen bevor die Eisheiligen kommen – dieses Jahr ziehen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und die Kalte Sophie vom 11. bis 15. Mai über’s Land – ist es soweit: Mein persönliches Gartenjahr beginnt. Jetzt überlege ich mir, was ich in ein paar Monaten aus dem Hochbeet, aus meinen Kübeln, Säcken und Töpfen ernten will. Heuer sollen mich unter anderem Zucchini, Aubergine, Tomate und Kopfsalat glücklich machen. Deshalb ist jetzt die heiße Anzuchtphase gekommen.

Eine Anzuchtschale mit Deckel, ein paar Töpfe aus Karton, Anzuchterde, Samen und ganz viel Wasser: mehr braucht es nicht. Dann ab auf die Fensterbank und ein bisschen in Geduld üben. Wenn die ersten Pflänzchen ihre Köpfe aus der Erde strecken, ist der Frühling ganz, ganz nah.

Auch die eine oder andere Blumensorte kann man übrigens toll vorziehen. Ich bin großer Fan der Kapuzinerkresse. Die darf in keinem Jahr fehlen. Man braucht übrigens keinen Garten für die eigene Ernte. Ein Balkon genügt – oder manchmal sogar ein großes Fenster. Kopfsalat kann man zum Beispiel einfach im Blumentopf ziehen und ernten. Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Und jetzt raus mit euch, stürzt euch ins Frühlingsglück!

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