Zehn wunderbare Wiener Adressen und der Prater

WeihnachtsQuartier
Für Designverliebte

Noch bis zum 21.12.2016 gibt`s in den Räumen des Museums Quartiers (MQ) einen Design-Weihnachtsmarkt zu durchwandeln. Wer keine Lust mehr hat auf das x-te Filzprodukt oder glitzernde Schneemannfiguren, hat hier seinen Platz gefunden. Hier werden primär hochwertige Handwerkskunst sowie regionale Köstlichkeiten angeboten. Bei den individuellen Waren stimmt das Design und zwar von der Idee der Produkte über die Umsetzung bis hin zu Label und Verpackung. Und wer alle Einkäufe beisammen hat, kann im MQ Haupthof in sechs Eispavillons bei den „Winter Sounds“ verschiedener DJs genüsslich snacken und Punsch oder auch mal ein Bier trinken.
DesignQuartier

Weihnachtsmarkt am Spittelberg
Für Romantiker

In den Gassen rund um den Spittelberg im 7. Bezirk wird`s richtig kuschlig. Die Ausstellerhütten der rund 100 Händler schmiegen sich hier in schmalen, mit Kopfsteinpflaster bestückten Gässchen dicht aneinander. Die Besucher schlängeln sich durch das verwinkelte kleine Areal. Hier steht die Zeit still, für Hektik ist kein Platz in den engen Gassen. Die romantische Biedermeier-Vorstadt ist nur wenige Gehminuten vom Wiener Stadtkern entfernt. Wer es also etwas ruhiger und doch weihnachtlich mag, der ist am Spittelberg genau richtig.
Weihnachtsmarkt am Spittelberg

Amerlingbeisl
Das beste SCHWEINEschnitzel in Wien

Meine erste Schnitzelempfehlung wirkt auf den ersten Blick vielleicht etwas verstörend, denn ich schicke euch zum Amerlingbeisl in die Stiftgasse am Spittelberg. Jetzt kommt’s: hier gibt`s kein Wiener Schnitzel, also kein Kalbsschnitzel, sondern nur die Varianten mit Schwein und Pute. Das Schweineschnitzel habe ich getestet und was soll ich sagen: das Fleisch ist zart, die Panade eine fluffige Hülle, der Geschmack einzigartig. Und der Preis stimmt. Mit etwa 10 Euro ist man dabei, eine von drei Erdäpfel-Varianten inklusive. Also wenn`s nicht ganz stilecht sein muss und etwas günstiger sein darf, findet man im Amerlingbeisl ein „Wiener“ Schnitzel to remember! Im hübschen Innenhof des alten Gemäuers gibt`s im Advent abends Glühwein – selbstredend!
Schweineschnitze im Amerlingbeisl

Lugeck
Das beste WIENER Schnitzel in Wien

lugeck

Das beste Wiener Schnitzel der Stadt

Ich habe vor meinem Trip nach Wien dem einzigen Österreicher, den ich kenne, die Frage der Fragen gestellt: Wo gibt`s das beste Wiener Schnitzel in Wien? Die Antwort war recht einsilbig und sie kam schnell: Im Lugeck! Wer ins Lugeck geht, sollte vorher reservieren, denn es scheint mehrere Österreicher zu geben, die dieses Wirtshaus als Top-Schnitzel-Adresse angeben. Hier muss man ca. 20 Euro hinlegen für ein dünn geklopftes Kalbsschnitzel, das durch seine fluffige Panade glänzt und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Yummie! Der Preis passt, denn es handelt sich hier ja auch um das vielleicht beste Wiener Schnitzel der Welt. Auch das Gebäude ist ein Augenschmaus. Die Habsburger Königsfamilie feierte schon in dem pompösen Haus, das 1897 neu aufgebaut wurde. Innen wird der Jugendstil neu interpretiert. Hochwertiges Holz in modernen Formen mit „runden Ecken“ nebst gerafften, schweren Vorhängen in Grün werden zum ganz eigenen Lugeck-Stil. Also wenn`s stilecht sein soll und Kalb sein muss, dann ab ins Lugeck.
Wiener Schnitzel im Lugeck

Die Marktwirtschaft
Mutter, Vater, Hipster, Kind

marktwirtschaft

So cool. So schön. So lecker

Lebensmittelmarkt mit regionalen Produkten, hippes Restaurant mit lecker Karte und vieeeeel Pop-up Space für wechselnde Händler bietet Die Marktwirtschaft in der Siebensterngasse 21 im 7. Bezirk. Den Betreibern der Marktwirtschaft ist es gelungen, ihren Laden so einzurichten, dass sich Familien mit Babys und Kleinkindern sowie kaffeesüchtige Hipster, erschöpfte Touristen, Weinkenner und Geschäftsleute gleichermaßen willkommen und vor allem wohl fühlen. Obwohl auf der Fläche der Marktwirtschaft viel (an)geboten wird, ist sie nicht zugestellt. Und hier ist sicher auch für jeden Geldbeutel etwas dabei.
Die Marktwirtschaft

Die Vollpension
Generationenkaffeehaus mit viel Klimbim

Griaß eich die Madln, servas die Buam!
Setz´s eich her, samma mehr!“

vollpension

Hier backen echte Omis echt gute Backwaren

Ein Hauch von Eierlikörromantik weht durch das große Café Die Vollpension ganz in der Nähe vom berühmten Naschmarkt. In diesem Generationenkaffeehaus kann man zusehen, wie die Omis all die Kuchen, Torten und Mehlspeisen backen und zubereiten die in der Retro-Auslage stehen. Mehlspeisen sind österreichisches Kulturgut und hier ist diese Kultur in guten Händen. Das Ambiente der Vollpension ist ebenso einzigartig wie das Konzept und die Qualität der Speisen. Hier steht ein Kätzchen aus Porzellan und dort sammelt sich der Staub in den schweren Bilderrahmen an den vollbehangenen Wänden. Es gibt so viel zu gucken in der Vollpension, da kann man schon von Geschmacksexplosion sprechen. Wer das ganz Besondere sucht, findet es in der Schleifmühlgasse 16.
Die Vollpension

Gelateria La Romana
Heiß auf 
Eis in Weiß

Ich bin kein Fan von Eisdielen. Meistens sind die alle gleich furchtbar eingerichtet und wo`s mir nicht gefällt, da schmeckt`s mir auch nicht. Die Gelateria La Romana hingegen kann man nur mit funkelnden Augen betreten. Die im modernen Landhausstil komplett in Weiß gestaltete Eisdiele und Konditorei ist schokoladenduftgeschwängert und lädt somit auf süße Weise zum Bleiben ein. Da der Service – zumindest an dem Tag, an dem ich dort war – etwas auf sich warten lässt, bleibt man gezwungenermaßen auch etwas länger. Man kann die Zeit aber nutzen, um anhand der vorbeifliegenden Crêpes, Törtchen und Eiskreationen zu entscheiden, was man in welcher Reihenfolge bestellt. Wer heiß auf Eis in hübschem Ambiente ist, sitzt im La Romana und winkt dem italienischen sexy Kellner.
Gelateria La Romana

Die Sellerie
Wo Interieur-Herzen aus dem Rhythmus geraten

In Wien reiht sich ein Interieur-Laden an den nächsten. Wer gerne Accessoires für zuhause shoppt, sollte mit einem nur halb vollen Koffer nach Wien anreisen. Besonders angetan hat es mir der Laden Die Sellerie in der Burggasse. Nicht nur die hier angebotenen Produkte aus den Bereichen Fine Art Prints, Papierwaren, Wohnaccessoires und kleine Geschenkideen sind mit Bedacht gewählt, auch deren Präsentation in dem überschaubaren Verkaufsraum ist äußerst kaufanregend. Alles ist perfekt und harmonisch aufeinander abgestimmt. Der Service ist ebenso super!
Die SELLERIE

Das Loft
Das sind ja schöne Aussichten

loft

Wow! Wien von oben

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Gönn dir einen Tisch im Das LOFT

Städte von oben sind immer etwas ganz besonderes. In mir fremden Städten ist das „Von oben“ für mich quasi ein MUSS. Wer auf die Dächer der Stadt schaut, durch die er sich gerade noch orientierungslos bewegt hat, bekommt von einem Hochplateau aus erst mit, wo er ist, wo er war, wo er noch hin will, wie alles zusammenhält. In Wien, so wurde mir empfohlen, findet man das beste „Von oben“ in der Sykbar Das LOFT. Das LOFT befindet sich im 18. Stockwerk des Sofitel Vienna Stephansdom. Das Ambiente ist klassisch schick. Sobald man oben ankommt und die Aufzugstür des komplett dunkelschwarzen Aufzugs passiert und die meterlange Glasfront sieht, die einen von den Dächern der Stadt trennt, kommt man sich ein bisschen wie in einer TV-Serie vor, bei denen die big deals auf schwindelerregender Höhe abgeschlossen werden, wie z.B. bei der Serie Suits, die allerdings in New York spielt. Wo Wien die Wolkenkratzer fehlen, punktet es mit Pracht und Prunk. Zwiebeltürmchen hier, Kirchen dort. Und wer im LOFT sitzt, genießt das Kaiserliche und Königliche der Stadt auf fürstliche Art und Weise. Cocktails gibt`s ab ca. 12 Euro, Wein ab ca. 7 Euro, Bier ab ca. 5 Euro und der Irish Coffee kostet 7,20 Euro. Die Aussicht ist unbezahlbar!
Das LOFT

Fabelwelt
Kinderbücher von nah und fern

fabelwelt

Der ganz besondere Buchladen

Ich habe nicht viel gelesen an meinem Wien-Wochenende und ich war nicht wirklich in Buchläden. An einem kam ich allerdings nicht vorbei und so bin ich reingestolpert. Der angenehm aufgeräumte kleine Laden Fabelwelt entpuppt sich beim Stöbern schnell als multilinguales Kinder- und Jugendbuchgeschäft. Neben deutschsprachigen, ganz offensichtlich mit Liebe und Bedacht ausgewählten, Büchern gibt es hier Unmengen an Sprachvarianten. Wer Multikulti-Kinder beschenken will, hat hier die besten Chancen, die richtige Sprache zu finden.
Fabelwelt

Der Prater
Für Freunde des Gruselkabinetts vielleicht ganz nett

Von dem Prater wurde mir abgeraten. Mehrfach. Meine Begleitung meinte aber:

Wo wir schon mal hier sind…

Und daher ging’s vom LOFT aus direkt zum Prater. Und was soll ich dazu sagen? Also äh ja… Also… Hmm… Also ganz ehrlich… Puh… ähm… Ehr so nö… Oder:

What the F…? Was ist das?

prater

Der Prater. Da kann man hingehen. Muss man aber nicht

Ich war selten an einem Ort, den ich so wenig verstanden habe wie diesen. Der Prater ist ein völlig abgerockter, aus dem Leim geratener Rummel, der irgendwie so aussieht als sei er gerade noch so durch den TÜV gekommen, eingebettet in zirkushafte Kulissen für Shows und Entertainment wie z.B. das Madame Tussauds Wien. Alles etwas staubig in der Anmutung. Alles irgendwie nur noch vom Rost zusammengehalten. Und das berühmte Riesenrad? Ich bitte euch! Also wer auf Rummel und dergleichen steht, der fühlt sich vielleicht ganz wohl hier, aber wer auf`s Sich-Wohlfühlen steht, der fühlt sich hier schnell unwohl.
Deine Enscheidung: Der Prater

2 thoughts on “Zehn wunderbare Wiener Adressen und der Prater

  1. Kerstin

    Deine „Begleitung“ findet diesen Guide auch top! 😉
    Nur unser wunderbarer Abend bei Kim Wilde im Gasometer findet keine Erwähnung… oder war es doch eine andere Band?

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