Jardine Libaire: Uns gehört die Nacht

Romeo und Julia light Als Jamey klein war, wurde er mit einer Limousine von den Hamptons in die Stadt gebracht und umgekehrt, und wenn er nach oben sah, stand immer irgendein Teenager auf der Brücke über den Long Island Expressway, das Gesicht gegen den Maschendraht gedrückt, die Silhouette von grellblauem Sonnenlicht umstrahlt. Er hatte Angst […]

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Juli Zeh: Unterleuten

Die ganze Welt ein Dorf Es ist eines der besten Bücher, das ich je gelesen habe: Unterleuten von Juli Zeh. Man taucht mit jedem Satz tiefer und tiefer ein in den sechshundert Seiten Wälzer, vergräbt sich in der Geschichte eines Dorfes, mit dem sinnigen Namen Unterleuten, klüngelt mit dem fiktiven Personal, knüpft Freundschaften, pflegt Feindschaften, […]

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Curtis Dawkins: Alle meine Freunde haben wen umgebracht

Autor hinter Gittern Alle meinen Freunde haben wen umgebracht lautet der verheißungsvolle Titel zur 2018 in Deutschland veröffentlichten fiktiven Story-Sammlung des Amerikaners Curtis Dawkins. Das Drama, das sich in diesem Titel verbirgt, wiegt auch deshalb schwer, da sich der Autor da brav selbst einreihen kann. Auch Curtis Dawkins hat wen umgebracht. Er besitzt einen Hochschulabschluss, […]

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Tiko Tuskadze: Supra – Ein Fest der georgischen Küche

Der Zauber der Langsamkeit Alles zu seiner Zeit: Hätte dieses Kochbuch eine Moral, wäre es vermutlich diese. Selten war ich beim Kochen so ruhig, selten ging das Hinzugeben von Zutaten so gemächlich vonstatten, selten musste ich so lange darauf warten, den ersten Bissen eines Gerichts genießen zu dürfen. Kochen und essen ist zuallererst eine körperliche […]

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Bernhard Schlink: Olga

Mann schreibt Frau Ich habe etwas übrig für Bernhard Schlink. Sein Roman Der Vorleser war eines der ersten „Erwachsenenbücher“ – wenn man denn unbedingt eine Schublade aufmachen will –, das ich gelesen und geliebt habe. Danach folgten die Trilogie um den Privatdetektiv Selb und Liebesfluchten auf meiner Schlinkschen Leseliste. Ich setzte nicht nur einen imaginären […]

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Melissa Broder: Fische

Grenzgängerin der Gürtellinie Bevor wir uns gemeinsam ins Rezensionsgetümmel stürzen, eine Warnung vorweg: Wer die Worte Blut, Sperma, Möse, Penis und Ficken nicht auf jeder zweiten Seite eines Romans lesen möchte, sollte wahrscheinlich die Finger von Fische lassen. Alle anderen jedoch dürfen fröhlich zupacken. Flucht nach Venice Beach Dieses Buch ist schräg, vielleicht das schrägste […]

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Befreit Tara Westover

Tara Westover: Befreit

Der ganz andere Bildungsroman Das autobiografische Buch Befreit – Originaltitel „Educated“ – von Tara Westover ist ein brutal schönes Buch. Schön, weil es einen nicht mehr los lässt. Und brutal, weil das Erzählte all zu oft so hässlich ist und den Leser immer wieder erschaudern lässt. Die Geschichte spielt in der Schicht des sogenannten White Trash, im […]

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MUCA Kunstlabor

Das Kunstlabor vom MUCA München

Das ist Kunst und das kommt bald weg Ein Büro ist ein Büro ist ein Büro. Nein, so einfach ist das nicht. Ein Büro ist eine Fläche. Und die kann ganz anders als zum ursprünglichen Zweck bespielt werden. Das zeigt das vom Museum of Urban and Contemporary Art (MUCA) realisierte Projekt Kunstlabor in München gerade eindrucksvoll. Die […]

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Gennaro Contaldo: Passione

Mach’s mal mit Gefühl Durch Gennaro Contaldos Magen geht nicht nur Liebe, sondern auch Leidenschaft. Vor fast siebzig Jahren wurde er im Land, in dem die Zitronen blühen, geboren – an Italiens vielleicht schönstem Flecken Erde, der Amalfiküste. Wer von Kindesbeinen an von leidenschaftlichen Köchen und Essern umgeben ist, kann gar nicht anders, als es […]

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Petra Piuk: Toni und Moni oder: Anleitung zum Heimatroman

Diese Idylle stinkt nach Gülle Erst einmal ein herzliches Holdrio an die Harmoniesucht! Doch Obacht, du wirst gleich bitter enttäuscht. Petra Piuk nimmt die Leser ihres Romans Toni und Moni oder: Anleitung zum Heimatroman mit nach Schöngraben an der Rauscher und stellt sogleich fest: Die Geschichte könnte auch in einem anderen Dorf spielen.“ Eigentlich in jedem […]

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