Fondue & Raclette – it’s a cheesy LOVE

Mein Lieblingsessen? Geschmolzener Käse! Klingt eklig, ist es aber nicht. Und das wisst ihr genau! Geschmolzener Käse umschmeichelt altbackenes Weißbrot an der Käse-Fondue-Gabel, geschmolzener Käse wirft Blasen im Raclette-Pfännchen, geschmolzener Käse wird zum weichen Bett der Cocktail-Tomate des Toast Hawaii, geschmolzener Käse konkurriert mit sich selbst auf der Pizza Quattro Stagioni. Ich könnte diese Liste endlos fortsetzen. Riecht ihr ihn schon, den Duft des geschmolzenen Käses? Spürt ihr ihn schon, den Lockruf des aufsteigenden Dampfes? Seht ihr ihn schon, wie er golden glänzt? Hört ihr ihn schon, wie er sanft blubbert und leise knistert? Schmeckt ihr ihn schon? Für mich ist warmer Käse eine Frage des guten Geschmacks. Raclette und Fondue haben schon ein paar Jahrzehnte auf dem kulinarischen Buckel, sind für mich aber noch lange kein kalter Kaffee.

Weil ein paar Schweinereien ja wohl noch erlaubt sein dürfen

Paleotarisch, vegetarisch, vegan, flexitarisch, glutenfrei, lowcarb, lowfat – vieles davon ist gut, manches vielleicht auch schön, aber was ist mit Lust, Verlangen, Hingabe, Freude am Essen, dem Belohnungsprinzip? Ich pikse den inneren Schweinehund zwischendurch schon ganz gerne mal mit der Fondue-Gabel in den wabbeligen Wanst oder brate ihm liebevoll mit dem – natürlich bereits wieder abgekühlten – Raclette-Pfännchen eins über den sturen Dickschädel. Eine gesunde Lebensart dreht sich nicht alleine um die Ernährung, die im übrigen ausgewogen sein sollte. Verzicht auf dies und das macht Sinn, wenn dies und das nicht ALLES ist. Und ab und an ein paar leckere Schweinerein schmeicheln vielleicht nicht dem Körper, aber sicher dem Geist. Also ran an den Speck und ab geht’s zur Käsetheke.

Geschmacklich und gesellschaftlich einwandfrei

Käsefondue und Raclette erleben ihren massenkompatiblen Höhepunkt jedes Jahr auf’s neue an Heilig Abend und Silvester. Aber auch bei vielen Geburtstagen in den Wintermonaten oder bei Freundeskreiskochgruppen wird alles getan, damit die Bude des Gastgebers auch noch Tage nach dem gemeinsamen Essen nach Käse duftet – ok, in diesem Fall ist „stinkt“ das ehrlichere Wort.

Käsefondue und Raclette sind gesellschaftsfördernde Essen. Leidenschaftliche Käse-Fans können das Essen schier endlos in die Länge ziehen, ganz so wie sehr guten Käse. Käseschmelzen, Reden, Lachen, Genießen, Käseschmelzen, Reden, Lachen, Genießen… Dazwischen ein Schnäpschen und ein Schluck Schwarztee und schon geht’s munter weiter mit Käseschmelzen, Reden, Lachen, Genießen.

Zeig mir dein Pfännchen und ich sage dir, wer du bist

Neben den eigenen Genussmomenten verraten Abende im Zeichen von Raclette viel über das Gegenüber, will sagen: es macht sehr viel Spaß zu schauen, wie die Leute am Tisch die in unzählige Schälchen gepackte Zutatenvielfalt kombinieren. Der rustikale Minimalist schaufelt Spätzle mit Käse und Röstzwiebeln auf’s Pfännchen, wohingegen der feine Gourmet Feige und Preiselbeeren oder Birne und Nüsse in Honig auf aufgefächerten Brie drapiert. Der Pizza-Diavolo-Typ greift souverän zu Käse, Salami und Peperoni und auch der Toast-Hawaii-Vertreter weiß, wo er fündig wird. Die Vielfalt ist grenzenlos. Nur Menschen, die keinen Käse mögen – pfff… – werden am Raclette-Ofen nicht glücklich. Alle anderen denken noch während sie kauen, mit Blick auf das im Ofen blubbernde nächste Pfännchen, darüber nach, welche Kombination im übernächsten Pfännchen zur Höchstform warm laufen soll.

Also Leute, draußen ist Winter. Macht das Beste draus:

Esst Fondue und Raclette! Es nicht zu tun, wäre Käse!

Fotocredit: Angela Pham/unsplash

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