Bernhard Schlink: Olga

Mann schreibt Frau Ich habe etwas übrig für Bernhard Schlink. Sein Roman Der Vorleser war eines der ersten „Erwachsenenbücher“ – wenn man denn unbedingt eine Schublade aufmachen will –, das ich gelesen und geliebt habe. Danach folgten die Trilogie um den Privatdetektiv Selb und Liebesfluchten auf meiner Schlinkschen Leseliste. Ich setzte nicht nur einen imaginären […]

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Melissa Broder: Fische

Grenzgängerin der Gürtellinie Bevor wir uns gemeinsam ins Rezensionsgetümmel stürzen, eine Warnung vorweg: Wer die Worte Blut, Sperma, Möse, Penis und Ficken nicht auf jeder zweiten Seite eines Romans lesen möchte, sollte wahrscheinlich die Finger von Fische lassen. Alle anderen jedoch dürfen fröhlich zupacken. Flucht nach Venice Beach Dieses Buch ist schräg, vielleicht das schrägste […]

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Ilona Jerger: Und Marx stand still in Darwins Garten

Der lange Bart der Revolution Zwei eigenwillige alte Männer mit Bart kämpfen mit den Leiden des Alters, die nur ihr ebenso eigenwilliger Hausarzt lindern kann. Klingt nicht unbedingt nach einem besonders lesenswerten Buch, oder? Könnte es aber werden, wenn der eine Patient Charles Darwin heißt und der andere Karl Marx. Die beiden Männer lebten Ende […]

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Iris Murdoch: Ein abgetrennter Kopf

Verkopfte Herzensangelegenheiten London liegt im Nebel. Im Dezember 1952 hatte sich ein gelber Dunst über die Stadt gelegt, an dessen Folgen tausende Menschen starben. In diesen giftigen Schleier setzt Iris Murdoch ihre ebenso undurchsichtige wie irrwitzige Geschichte um zwei Männer und drei Frauen, in der niemandem zu trauen und alles möglich ist. Martin Lynch-Gibbon, Hauptfigur […]

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Ada Dorian: Schlick

Im Morast der Zeit Für uns Frauen hat sich in den letzten 100 Jahren einiges getan. Oder? Gleichberechtigung, Emanzipation, die Wahl, wie wir leben wollen. Kind, Karriere oder gar beides. Hat uns diese Freiheit auch als Frauen an sich verändert? Auf die Weise, wie wir denken, fühlen und handeln? Auf dieses Gedankenspiel lässt sich Ada […]

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Franziska Seyboldt: Rattatatam, mein Herz

Mein Freund, die Angst Das Herz hämmert außer Takt, als wäre es auf der Flucht, dir wird heiß und kalt, die Welt vor deinen Augen verzerrt sich, du bist ganz allein und weißt: Jetzt ist es soweit, jetzt sterbe ich. Aber der Tod tritt nicht ein. Hunderte, tausende Male wiederholt sich dieses grausame Spiel. Wer […]

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Die Geheimnisse der Küche des mittleren Westens

Das Leben geht durch den Magen Was hat die Liebe mit gutem Essen gemeinsam? Jede Menge, wenn man Ryan Stradal glauben mag. In seinem unterhaltsamen Roman Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens verwebt er Liebes- und Lebensgeschichten mit Rezepten und Lebensmittelkunde. Klingt zu gewollt und konstruiert? Mag sein, funktioniert aber hervorragend. Zentrum seines Romans […]

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Hillary Jordan: Mudbound

Von Angst und Außenseitern Bevor ich Mudbound in die Hand nahm, hatte ich bereits viel Gutes über das Buch gehört. Das allein war auch der Grund, warum ich es lesen wollte. Ansonsten hätte ich mich davon abschrecken lassen. Warum? Weil – wie so oft – der deutsche Verlag durch seine Covergestaltung und Titelwahl den Roman […]

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Edward St Aubyn: Dunbar und seine Töchter

Lear reloaded Mit Dunbar und seine Töchter findet zusammen, was scheinbar zusammengehört: Edward St Aubyn und William Shakespeare. Dass mich die Idee des britischen Hogarth Verlags, Shakespeares Dramen durch zeitgenössische Autoren in ein modernes Gewand stecken zu lassen, absolut begeistert, habe ich euch ja schon in meiner Rezension zu Die störrische Braut (alias Der Widerspenstigen […]

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Sonja Heiss: Rimini

Nicht von schlechten Eltern Das Leben kann knallhart sein. Warum also weichgespült darüber schreiben? Das könnte Sonja Heiss’ Credo beim Schreiben von Rimini gewesen sein. Hieb- und stichfest – und zwar so sehr, dass es beim Lesen manchmal richtig wehtut – erzählt sie von der Familie Armin. Sooft wie sie einen mit ihren Wortnadeln pikst, […]

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